Programm vom 17.05.12 bis 23.05.12
WER WEISS, WOHIN?
Tragikomödie um die Frauen eines Dorfs, die unorthodoxe Methoden anwenden, um ihre sich bekämpfenden Männer zur Raison zu bringen
ab 12 J.
WER WEISS, WOHIN?
F 2011; R. Nadine Labaki; m. Claude Msawbaa, Leyla Fouad, Nadine Labaki; 102 Min.; ab 12 J.
Tragikomödie um die Frauen eines Dorfs, die unorthodoxe Methoden anwenden, um ihre sich bekämpfenden Männer zur Raison zu bringen
Ein abgelegenes Dorf irgendwo im Nahen Osten. Die einzige Verbindung zur Außenwelt bildet eine marode Brücke, die Zufahrt ist von Minenfeldern umgeben, der Fernsehempfang schlecht. Hier haben sich Moslems und Christen eine Oase des Friedens geschaffen, in der zwar über Nichtigkeiten gestritten wird, die Menschen aber ansonsten harmonisch zusammenleben - selbst Kirche und Moschee wurden nur einen Steinwurf voneinander entfernt erbaut. Doch dann eskalieren die Konflikte im Land, und auch im Dorf wachsen die Spannungen. Gewaltübergriffe wollen die Frauen jedoch mit aller Macht verhindern. Sie lassen sich die verrücktesten Dinge einfallen, um die Situation wieder zu entschärfen und die Männer auf andere Gedanken zu bringen: Plötzlich geschehen (falsche) Wunder. Ein Trupp ukrainischer Stripperinnen taucht unverhofft im Dorf auf. Und das Essen wird anstatt mit Zimt und Koriander mit Haschisch und Schlafmitteln gewürzt. Erst als ein Dorfjunge auf dem Weg zur nächsten Stadt ins Kreuzfeuer der verfeindeten Parteien gerät, droht das fragile Gleichgewicht doch noch zu kippen... Ein lebensfrohes Märchen, das einen Ausweg aus den Glaubenskriegen erträumt. Und Regisseurin Labaki, die auch eine der Hauptrollen spielt, versteht es, ihr Publikum um den Finger zu wickeln: "Wer weiß, wohin?" ist ein bunter Film voller Energie und Witz, der nicht vor Musical-Einlagen zurückschreckt, wenn sie passen. Doch auch Momente abrupter Gewalt und tiefer Trauer werden nicht ausgespart. Eine Kinowundertüte, die einen wieder an Wunder glauben lassen will.
UND WENN WIR ALLE ZUSAMMENZIEHEN?
Warmherzige Komödie um fünf Jugendfreunde, die im Alter zusammenziehen
ab 6 J.
UND WENN WIR ALLE ZUSAMMENZIEHEN?
F/D 2011; R. Stéphane Robelin; m. Jane Fonda, Geraldine Chaplin, Guy Bedos, Pierre Richard, Claude Rich; Daniel Brühl; 96 Min.; ab 6 J.
Warmherzige Komödie um fünf Jugendfreunde, die im Alter zusammenziehen
Sie kennen sich seit ewigen Zeiten und genießen nun, ohne materielle Sorgen, ihren Lebensabend: Die beiden Paare Annie und Jean, sowie Jeanne und Albert und der passionierte Single Claude. Während Annie (GERALDINE CHAPLIN) und Jean (GUY BEDOS) die körperlich Fittesten des Quartetts sind, plagen Jeanne (JANE FONDA) und Albert (PIERRE RICHARD) zunehmend die unausweichlichen Alterskrankheiten. Schon länger hadern die Freunde mit den weiten Entfernungen, die sie zurücklegen müssen, um sich zu den ausgelassenen, oft auch feuchtfröhlichen Abendessen zu treffen. Doch erst ein Missgeschick des lüsternen Claude (CLAUDE RICH) bringt den Ball ins Rollen: Auf dem Weg zu einer seiner Geliebten stürzt Claude und wird von seinem Sohn ins Altenheim gesteckt. Ein Anblick, den seine Freunde nicht ertragen. So greifen sie kurz entschlossen zur Tat, „entführen“ Claude und ziehen alle zusammen in das große Haus von Annie und Jean. Mit dabei: der junge deutsche Soziologietudent Dirk (DANIEL BRÜHL), der ursprünglich nur engagiert wurde, um mit Alberts Hund Gassi zu gehen. Doch da er seine Diplomarbeit auf Jeannes Rat über die Situation der Alten im modernen Europa schreibt, dienen ihm die fünf Freunde als willkommenes Studienobjekt... Fünf langjährige Freunde, allesamt Rentner, beschließen zusammenzuziehen, in eine Art Alten-WG. Doch die Tücken des Alters sorgen für allerlei Probleme, zumal Krankheiten und schließlich gar der Tod unausweichlich näher kommen. Ein schöner Film über das Älterwerden, der vor allem mit einer tollen Besetzung aufwarten.
DIE KÖNIGIN UND DER LEIBARZT
Packendes Historiendrama über einen deutschen Arzt, der einen halbpsychotischen dänischen König für die Ideen der Aufklärung begeistert und ihm nebenbei die Königin ausspannt
ab 12 J.
DIE KÖNIGIN UND DER LEIBARZT
DK 2012; R. Nikolaj Arcel; m. Mads Mikkelsen, Mikkel Følsgaard, Alicia Vikander; 137 Min.; ab 12 J.
Packendes Historiendrama über einen deutschen Arzt, der einen halbpsychotischen dänischen König für die Ideen der Aufklärung begeistert und ihm nebenbei die Königin ausspannt
Die Erzählung beginnt einige Jahre nach den verhängnisvollen Ereignissen, die die englische Prinzessin Caroline (ALICIA VIKANDER) ins Exil brachten, wo sie nun auf ihr Leben zurückblickt und ihre Geschichte erzählt. Als 15jährige heiratete sie 1766 ihren Cousin Christian VII (MIKKEL BOE FOLSGAARD), den König Dänemarks. Bald wurde ein Thronfolger geboren, danach bestand die Ehe wohl in erster Linie auf dem Papier, zumal Christian zumindest leicht wunderlich, wenn nicht gar geisteskrank war. Bei einer Reise durch Europa traf der König in der damals zu Dänemark gehörenden deutschen Provinz Altona auf den Arzt Johann Friedrich Struensee (MADS MIKKELSEN), der zunächst sein Leibarzt, später sein Freund und Berater wurde. Und mit Struensee halten die Gedanken der Aufklärung Einzug in den streng konservativen Palast. Zunehmend bringt Struensee den König dazu, die Rechte der Bürger zu vergrößern, Impfungen werden eingeführt, die Sanitäranlagen verbessert, die Meinungs- und Pressefreiheit eingeführt. Doch um all diese Errungenschaften zu finanzieren müssen die Bezüge der zahllosen Würdenträger, Adeliger und anderer Hof-Schmarotzer verringert werden. Was denen naturgemäß wenig passt. Und da Struensee nicht nur ein Mann der Aufklärung ist, sondern auch noch eine Affäre mit der vereinsamten Königin begonnen hat, haben seine Feinde viel Munition, um sich gegen Struensee zu rüsten... Trotz des historischen Themas ist dem jungen Regisseur NIKOLAJ ARCEL ein sehr moderner Film gelungen. ARCEL filmt das Dänemark des 18. Jahrhunderts wie eine Welt von heute. Die prunkvolle Ausstattung und Kostüme treten so in den Hintergrund, während die eigentliche Essenz der Geschichte, die Emotionen, die Intrigen, die Politik, in den Vordergrund gestellt werden. Vor allem das macht „Die Königin und der Leibarzt“ zu einem packenden Historiendrama.
MY WEEK WITH MARYLIN
Amüsante Verfilmung der Memoiren des dritten Produktionsassistenten am Set von "Der Prinz und die Tänzerin"
ab 6 J.
MY WEEK WITH MARYLIN
GB 2011; R. Simon Curtis; m. Michelle Williams, Eddie Redmayne, Kenneth Branagh; 104 Min.; ab 6 J.
Amüsante Verfilmung der Memoiren des dritten Produktionsassistenten am Set von "Der Prinz und die Tänzerin"
Im Sommer 1956 bekommt der 23-jährige Colin Clark (EDDIE REDMAYNE) eine Anstellung als Assistent am Set des Filmes "The Prince and the Showgirl", welcher gerade in London gedreht wird. Die Hauptrollen spielen die Hollywood-Göttin Marilyn Monroe (MICHELLE WILLIAMS) und Sir Laurence Olivier (KENNETH BRANAGH). Marilyn Monroe ist aber nicht nur zum Arbeiten nach Großbritannien gekommen, sie verbringt dort auch die Flitterwochen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Arthur Miller (DOUGRAY SCOTT). Als dieser zurück in die Vereinigten Staaten reist, bemüht sich Colin Clark, der Hollywood-Schauspielerin eine angenehme Zeit in London zu verschaffen. Fern ab von allem Star-Trubel verbringen die beiden viele gemeinsame Stunden und Marilyn Monroe blüht an der Seite des jungen Mannes auf... Der Film basiert auf den 40 Jahre später veröffentlichten Tagebüchern des Filmemachers COLIN CLARK, in deren erster Fassung eine Woche fehlte, genau diese emotionsgeladene Woche mit Marilyn. Die folgte als spätere Memoiren-Fortsetzung. Ob die Geschichte nun der Realität entspricht oder der Fantasie eines damals 23-Jährigen, ob es wirklich bei platonischer Liebe blieb oder nicht, ist egal. Sie könnte wahr sein, das sollte genügen.
NATHALIE KÜSST
Bittersüße Romantikkomödie um eine junge Witwe, die ausgerechnet für den unauffälligsten Mann in ihrer Firma ihre Gefühle entdeckt
ab 0 J.
Präd.: b.w.
NATHALIE KÜSST
F 2011; R. Stéphane Foenkinos, David Foenkinos; m. Audrey Tautou, François Damiens, Bruno Todeschini; 110 Min.; ab 0 J. Präd.: b.w.
Bittersüße Romantikkomödie um eine junge Witwe, die ausgerechnet für den unauffälligsten Mann in ihrer Firma ihre Gefühle entdeckt
Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Nathalie (AUDREY TAUTOU) und François (PIO MARMAÏ) kennenlernen. Sie werden schnell ein Paar, heiraten und verleben eine wundervolle Zeit. Doch das Glück ist nicht von Dauer. François kommt bei einem Unfall ums Leben und Nathalies perfekte Welt bricht zusammen. Sie stürzt sich die nächsten Jahre in ihre Arbeit, verschließt sich ihrer Umwelt, versucht über ihren Verlust hinwegzukommen. Bis sie eines Tages aus heiterem Himmel ausgerechnet dem unscheinbarsten Mitarbeiter ihres Teams um den Hals fällt und ihn leidenschaftlich küsst. Markus (FRANÇOIS DAMIENS), der nicht weiß, wie ihm geschieht, verliebt sich Hals über Kopf in seine Chefin. Als die von dem Kuss nichts mehr wissen will, beschließt Markus, ihr so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen – um sich zu schützen. Das wiederum lässt Nathalie nicht zu, denn sie fühlt, dass Markus auf dem besten Weg ist, ihr Herz zu erobern. Doch das ungleiche Paar hat so einige Hindernisse im Kollegen- und Freundeskreis zu überwinden. Um ihrer ungewöhnlichen Liebe eine Chance zu geben, bleibt ihnen nur die Flucht - zurück in die Vergangenheit, und damit nach vorn... Eine junge Frau erlebt ihre große Liebe, verliert sie jedoch durch einen Unfall und sucht nach langer Trauer neue Wege zum privaten Glück. Ist es der schüchterne Kollege, den sie spontan küsst? Das beantwortet die romantische Komödie "Nathalie küsst" mit der wieder einmal mitreißenden AUDREY TOUTOU. Melancholisch, mit feinem Witz, vielschichtig, mit sparsamen Worten und nicht überbordend geratenen Situationen wird diese liebenswerte Geschichte von den Brüdern DAVID und STÉPHANE FOENKINOS erzählt. Ein feines Feel-Good-Movie das uns an den nächsten Sommer denken lässt.
WICKIE AUF GROSSER FAHRT
Furiose Fortsetzung des Wikinger-Abenteuers mit viel Witz und großer Action
ab 0 J.
Präd.: b.w.
WICKIE AUF GROSSER FAHRT
D 2011; R. Christian Ditter; m. Jonas Hämmerle, Valeria Eisenbart, Waldemar Kobus; 96 Min.; ab 0 J.; Präd.: b.w.
Furiose Fortsetzung des Wikinger-Abenteuers mit viel Witz und großer Action
Wann wird aus dem kleinen Wickie (JONAS HÄMMERLE) endlich ein richtiger Wikinger? Diese Frage lässt seinem Vater Halvar (WALDEMAR KOBUS) keine Ruhe. Doch als der Schreckliche Sven (GÜNTER KAUFMANN) den Häuptling von Flake entführt, schlägt unverhofft Wickies große Stunde. Als stellvertretender Häuptling führt er die Starken Männer an und bekommt dabei Unterstützung von der furchtlosen Svenja (VALERIA EISENBART). Sie nehmen Kurs aufs Kap der Angst und gelangen nach turbulenten Abenteuern zu Svens Burg, aus der Halvar befreit werden muss...
KRIEG DER KNÖPFE
Im Zweiten Weltkrieg angesiedelte, herzerfrischende Neuverfilmung des Buchklassikers von Louis Pergaud
ab 6 J.
Präd.: b.w.
KRIEG DER KNÖPFE
F 2011; R. Christophe Barratier; m. Laetitia Casta, Guillaume Canet, Kad Merad; 100 Min.; ab 6 J.; Präd.: b.w.
Im Zweiten Weltkrieg angesiedelte, herzerfrischende Neuverfilmung des Buchklassikers von Louis Pergaud
Im beschaulichen, malerischen Süden Frankreichs befinden sich die Jugendlichen aus dem Dorf Longeverne im ständigen Konflikt mit den Jugendlichen aus dem benachbarten Velrans. Immer wieder treffen sie sich zu Scharmützeln, kleineren Prügeleien, die sich besonders in Gestalt der jeweiligen Anführer Lebrac (JEAN TEXIER) und Aztec (THOMAL GOLDBERG) manifestiert. Um den Gegner zu demütigen - und ihm zusätzlichen Ärger mit den Eltern zu bereiten - schneiden sie den „Kriegsgefangenen“ Knöpfe, Schnürsenkel und Hosenträger ab. Auch zu Hause weicht Lebrac keinen Konflikt aus: Seinen Vater (KAD MERAD) hält er für einen Schlappschwanz, da dieser nicht in der Résistance kämpft. Das wirft auch die schöne Simone (LAETITIA CASTA) ihrem Ex-Freund Paul (GUILLAUME CANET) - dem Dorflehrer - vor, der mit großer Ruhe und Geduld die Streiche seiner Schüler verfolgt. Wobei der seit Jahren andauernde Krieg in der Provinz kaum eine Rolle zu spielen scheint. Zumindest bis Simones angebliche Patentochter Violette bei ihr einzieht, die in Wirklichkeit ein jüdisches Mädchen ist... Die fünfte Verfilmung des Kinderbuchklassikers „Der Krieg der Knöpfe“ verlegt die Handlung in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der spielerische Konflikt zwischen den Jugendlichen zweier Dörfer wird so von ernsten Themen überschattet, was CHRISOPHE BARRATIER wie schon in seinem Erfolgsfilm „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ Gelegenheit gibt, ein nostalgisches Bild Frankreichs zu entwerfen, das vor allem durch den Witz und die Energie der Kinderdarsteller überzeugt.
ZIEMLICH BESTE FREUNDE
Warmherzige Komödie über die bewegende Freundschaft zwischen zwei total gegensätzlichen Männern und den Mut zum Leben
ab 6 J.
ZIEMLICH BESTE FREUNDE
F 2011; R. Eric Toledano, Olivier Nakache; m. François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny; 112 Min.; ab 6 J.
Warmherzige Komödie über die bewegende Freundschaft zwischen zwei total gegensätzlichen Männern und den Mut zum Leben
Philippe (FRANÇOIS CLUZET) führt das perfekte Leben. Er ist reich, adlig, gebildet und hat eine Heerschar von Hausangestellten - aber ohne Hilfe geht nichts! Philippe ist vom Hals an abwärts gelähmt. Eines Tages taucht Driss (OMAR SY), ein junger Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, in Philippes geordnetem Leben auf. Driss will eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Aber passen Mozart und Earth, Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, feiner Zwirn und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Und warum benutzt Philippe eigentlich nie den großartigen Maserati, der abgedeckt auf dem Innenhof steht? Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird... Hut ab - um nicht zu sagen: Chapeau! Vermutlich ist Frankreich Weltmeister darin, Komödien über gesellschaftliche Gegensätze zu erfinden, die ohne plumpe Klischees und bessserwisserisches Pathos auskommen. Diesmal geht es um einen Schlingel, frisch aus dem Gefängnis, der durch die Pflege eines querschnittsgelähmten Rollifahrers geläutert wird. Doch vielleicht ist es eher umgekehrt? Denn in der Gesellschaft des unbefangenen Driss findet der kranke, reiche Philippe zu neuem Lebensmut. Und das Publikum findet hier eine humorvolle Geschichte rund um zwei Männer, die sich erst zusammenraufen müssen, um voneinander zu lernen.