Vom Kinostammgast zum Preisträger: Peter Meister erhält die Blaugelbe Brennessel
Ein besonderer Tag für das Programmkino Brennessel in Hemsbach: Am Sonntag, 29. November 2026, wird der Regisseur und Drehbuchautor Peter Meister mit dem Kinopreis „Blaugelbe Brennessel“ ausgezeichnet. Der gebürtige Bensheimer kehrt damit an einen Ort zurück, der ihn schon in seiner Jugend begeistert hat. Zur Preisverleihung gibt es gleich zwei seiner Filme, persönliche Begegnungen und einen prominenten Ehrengast: Schauspielerin Nastassja Kinski.
Eine besondere Verbindung zur Brennessel
Manchmal schließt sich ein cineastischer Kreis auf besonders schöne Weise. Peter Meister, Jahrgang 1987, wuchs in Bensheim auf und war schon als Jugendlicher regelmäßiger Gast in der Brennessel. Damals saß er noch als begeisterter Kinobesucher im Saal. Heute gehört er zu den interessanten Stimmen des jungen deutschen Films.
Bereits 2021 kehrte Meister als Regisseur nach Hemsbach zurück, um sein Spielfilmdebüt „Das schwarze Quadrat“ vorzustellen. Die ebenso skurrile wie hintersinnige Komödie mit Sandra Hüller, Jacob Matschenz und Bernhard Schütz begeisterte Publikum und Filmkritik. Für seinen Debütfilm wurde Meister mit dem renommierten Förderpreis Neues Deutsches Kino ausgezeichnet.
Nun darf die Brennessel einen ihrer ehemaligen Stammgäste selbst ehren. Peter Meister erhält den Kinopreis „Blaugelbe Brennessel“ und reiht sich damit in eine illustre Reihe von Preisträgern ein, zu denen unter anderem Iris Berben, Ingrid Noll, Dieter Kosslick, Michael Verhoeven und Nastassja Kinski gehören.
„Bärenjagen“ – rabenschwarzer Humor aus dem historischen Deutschland
Im Mittelpunkt der Preisverleihung steht Meisters neuer Film „Bärenjagen“, den das Publikum in Hemsbach noch vor dem regulären Kinostart erleben kann.
Die rabenschwarze Historienkomödie entführt uns ins Jahr 1834. In Deutschland herrschen Hunger, Armut und politische Unzufriedenheit. Um die aufgebrachte Bevölkerung von ihren eigentlichen Problemen abzulenken, wird eine hohe Belohnung auf den letzten deutschen Bären ausgesetzt. Was folgt, ist eine ebenso absurde wie erbitterte Jagd, bei der Gier, Angst und gegenseitiges Misstrauen zunehmend die Oberhand gewinnen.
Mit viel schwarzem Humor erzählt Peter Meister von kollektiver Hysterie, erfundenen Feindbildern und der Macht gezielter Ablenkung. Eine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert, deren gesellschaftspolitische Bezüge erstaunlich aktuell wirken.
Der Film feierte 2026 beim Filmfest München im Wettbewerb „Neues Deutsches Kino“ Premiere. Gedreht wurde unter anderem in Hessen, mit einem hochkarätigen Ensemble um David Scheid, Aenne Schwarz, Christopher Schärf und Bernhard Schütz.
Nastassja Kinski überreicht den Kinopreis
Die feierliche Preisverleihung findet am Sonntag, 29. November, im Programmkino Brennessel statt. Bereits um 10.30 Uhr beginnt die Matinee mit einem Sektempfang.
Um 11 Uhr überreichen der Hemsbacher Bürgermeister Jürgen Kirchner und die aktuelle Preisträgerin, die international bekannte Schauspielerin Nastassja Kinski, die „Blaugelbe Brennessel“ an Peter Meister. Anschließend wird „Bärenjagen“ gezeigt. Im Filmgespräch haben die Kinobesucher Gelegenheit, mehr über die Entstehung des Films und die Arbeit des Regisseurs zu erfahren.
Auch kulinarisch bleibt die Brennessel der Region verbunden: Ab 13 Uhr serviert Bistro-Chefin Alicja eine Auswahl an Hand- und Kochkäse.
Ein Nachmittag mit Peter Meister und „Das schwarze Quadrat“
Um 15 Uhr geht das besondere Kinoprogramm weiter. Bei einem „Meet & Greet“ können die Besucher Peter Meister persönlich begegnen. Anschließend wird sein preisgekröntes Debüt „Das schwarze Quadrat“ gezeigt.
Ein schöner Anlass, beide Filme im direkten Vergleich zu erleben und die Entwicklung eines Filmemachers kennenzulernen, dessen unverwechselbare Handschrift von schwarzem Humor, überraschenden Wendungen und einem genauen Blick auf menschliche Abgründe geprägt ist.
Ein Kinopreis mit besonderer Symbolik
Die „Blaugelbe Brennessel“ ist mehr als eine Auszeichnung für herausragende Filmschaffende. Mit ihren Farben erinnert sie zugleich an die Ukraine und setzt ein Zeichen der Solidarität. Die Brennessel verbindet damit die Hoffnung auf ein Ende des Krieges und darauf, den Preis eines Tages wieder als „Bronzene Brennessel“ vergeben zu können. Die diesjährige Auszeichnung wurde vom Bensheimer Künstler Harald Böhm gestaltet.

Tickets sind online unter https://shop.brennessel-kino.de sowie an der Kinokasse erhältlich.
Die Brennessel freut sich auf einen außergewöhnlichen Kinotag, einen besonderen Preisträger und viele Begegnungen mit einem Filmemacher, dessen Weg einst auch durch die Kinosessel in Hemsbach führte.

