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Ausgezeichnetes Programm für ein treues Kinopublikum

Ein traditionelles Kino

Ausgezeichnetes Programm für ein treues Kinopublikum

Das Programmkino Brennessel in Hemsbach gehört seit Jahren zu den profiliertesten Filmkunstkinos in der Region. Im Rahmen eines Pressegesprächs sprach Kinobetreiber Alfred Speiser offen über Auszeichnungen, Programmgestaltung, wirtschaftliche Herausforderungen und die Zukunft des Kinos.

Anerkennung für kontinuierliche Programmarbeit

Besonders stolz ist Speiser auf die regelmäßigen Auszeichnungen für das Jahresfilmprogramm. So wurde die Brennessel erst vor kurzem erneut vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Medien- und Filmgesellschaft für das sehr gute Jahresprogramm im Jahr 2024 ausgezeichnet. Keine leichte Aufgabe wie Speiser aus Erfahrung weiß: „Man will sehen, dass wir nicht mit Blockbustern arbeiten, sondern mit Dokumentarfilmen, Originalfassungen, Kinderprogrammen und anspruchsvoller Filmkunst.“

Branche ist finanziell herausfordernd

Offen spricht Speiser auch über die finanziellen Herausforderungen der Branche. Steigende Energiepreise, höhere Personalkosten, Filmmieten und weggefallene Zuschüsse belasten die Kinos: „Mit Thekenverkauf und Werbung allein kann man heute kein kleines Kino mehr wirtschaftlich tragen“, sagt er. Deshalb sei eine moderate Anpassung der Eintrittspreise ab 1. März leider unvermeidlich. „Wir erhöhen nicht mutwillig. Es ist notwendig, um überhaupt investieren zu können.“ Gleichzeitig versuche er, die Preise so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Alfred Speiser betonte, dass er auch weiter Geld in die technische Ausstattung stecken werde. Der Grund dafür ist einfach: Viele Geräte stammen noch aus den Anfangsjahren der Digitalisierung und müssen jetzt perspektivisch ersetzt werden. „Unsere Projektoren gehören zu den ersten Generationen. Ersatzteile gibt es kaum noch“, erklärt Speiser. „Ohne Investitionen werden wir irgendwann sehr störanfällig.“ Neue Technik, etwa moderne Laserprojektoren, koste schnell mehrere zehntausend Euro. Förderprogramme spielen dabei eine entscheidende Rolle. „Ohne Unterstützung wäre das für uns kaum zu stemmen.“

Optimistischer Blick in die Kinozukunft

Zur Brennessel gehört auch das Kino-Bistro, das Speiser trotz begrenzter Wirtschaftlichkeit als wichtigen Treffpunkt betrachtet. „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal. Menschen sollen sich hier treffen, austauschen und Zeit miteinander verbringen“, sagt er. Hinzu kommen besondere Veranstaltungen, Filmgespräche und Events. Ein Beispiel ist ein geplanter Schachabend im März mit einem ukrainischen Großmeister in Verbindung mit einer Filmvorführung. „Solche Aktionen schaffen Verbindungen. Sie bringen Menschen zusammen und machen das Kino lebendig.“

Trotz aller Herausforderungen blickt Alfred Speiser optimistisch nach vorn. Die Besucherzahlen steigen wieder, das Interesse an besonderen Filmerlebnissen wächst. „Wir wollen nicht schlechter werden, sondern besser“, sagt er. „Unser Ziel ist, die Qualität zu halten und weiter auszubauen.“ Dass viele Gäste nicht mehr nach Mannheim oder Heidelberg fahren müssen, sondern anspruchsvolles Kino vor Ort erleben können, wertet er als großes Kompliment: „Ein größeres Lob kann man einem Programmkino kaum machen.“

 

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